„Wir benötigen auf allen Ebenen mehr Vielfalt, um die weltweite Ernährungssicherheit sowie den Schutz der Umwelt zu gewährleisten“, sagt Prof. Dr. Matin Qaim, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) an der Universität Bonn und Sprecher des neuen SFBs. „Das bedeutet mehr Diversität auf den Feldern, in den landwirtschaftlichen Betrieben, den Landschaften, den Märkten, Handelsströmen und Ernährungsmustern.“
Neben den zu erwartenden wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteilen, wird eine solche Diversifizierung jedoch auch mit Kosten einhergehen. Wie diese Vor- und Nachteile abhängig vom jeweiligen Kontext, dem Grad der Diversifizierung und der betrachteten räumlichen Skala ausfallen, wird im neuen SFB 1780 „FoodDiverse“ erforscht: Wie wirken sich verschiedene Formen der Diversifizierung auf die planetare Gesundheit aus? Was kennzeichnet ein günstiges Maß an Vielfalt und wie lässt sich dieses auf verschiedenen Ebenen der Ernährungssysteme umsetzen?
„Der neue SFB verbindet Forschende aus den Agrarwissenschaften, Ernährungswissenschaften, Umweltwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und der Medizin, um Ernährungssysteme in ihren unterschiedlichen Facetten analysieren zu können“, sagt Prof. Dr. Ute Nöthlings vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn und Vizesprecherin des SFBs.
Kooperation mit der University of Ghana
Um die Fragen zu beantworten kooperieren die Bonner Forschenden eng mit der University of Ghana. Die Partner wollen Optionen für eine nachhaltige Transformation der Ernährungssysteme entwickeln und die dafür erforderlichen Politik- und Verhaltensänderungen aufzeigen. „Wir konzentrieren unsere empirische Forschung dabei auf Ghana und Deutschland“, erklärt Qaim. „Die zwei Länder decken ein breites Spektrum unterschiedlicher agroökologischer und sozioökonomischer Bedingungen ab, was die globale Relevanz unserer Ergebnisse weiter stärkt.“
Am neuen SFB 1780 „FoodDiverse“ sind neben der Universität Bonn und der University of Ghana das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), das German Institute of Development and Sustainability (IDOS), das Leibniz-Institut für Biodiversitätswandel (LIB) und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) beteiligt. Der SFB wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 15 Millionen Euro für die erste Phase von vier Jahren gefördert. Er startet zum 1. Oktober 2026.
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